Reiseinformationen
Rundreise auf Bali
- Für eine Runde über die Insel
- Zwei Wochen
- Standorte
- Drei bis sechs, je nach Reisedauer
- Beste Reisezeit
- Trockenzeit, etwa Mai bis Oktober
- Unterwegs
- Eigener Fahrer, Roller, Schnellboot
Bali ist mit knapp 5.800 Quadratkilometern keine große Insel, und doch kommt man langsamer voran, als die Karte vermuten lässt. Die Straßen sind schmal, im Süden steht der Verkehr, und ins Hochland führen Serpentinen. Wer eine Rundreise plant, rechnet deshalb in Fahrstunden, nicht in Kilometern.
Die gute Nachricht: Wählt man die Reihenfolge richtig, liegen zwischen zwei Standorten selten mehr als drei, vier Stunden Fahrt. Hier stehen drei Routen, die aufgehen — für zehn Tage, für zwei und für drei Wochen. Dazu, wie man sie mit Strandtagen, mit Kindern oder mit einem zweiten Reiseziel verbindet und wie man unterwegs ist.
Wie lange man für eine Rundreise braucht
- Zehn Tage reichen für zwei Regionen und ein paar Tage am Strand.
- Zwei Wochen sind das Maß für eine Runde über die Insel: Hochland, Norden, Osten und Süden, ohne jeden zweiten Tag die Koffer zu packen.
- Drei Wochen lassen Platz für den Westen und die Inseln vor der Küste — die Gili-Inseln oder Nusa Lembongan und Nusa Penida.
Unter einer Woche lohnt keine Rundreise. Dann ist ein einziger Standort in Ubud oder im Süden besser, mit Tagesausflügen von dort.
Vier Regeln für die Planung
In Fahrstunden rechnen. Vom Flughafen nach Ubud sind es je nach Verkehr ein bis eineinhalb Stunden, nach Amed an der Ostküste etwa zweieinhalb, nach Pemuteran im Nordwesten rund vier.
Umziehen statt täglich fahren. Wer eine Woche im Süden wohnt und von dort aus den Norden besuchen will, sitzt für jeden Ausflug sechs Stunden und mehr im Auto. Besser zieht das Quartier mit: Unter zwei Nächten lohnt kein Standort, drei und mehr sind besser.
Kurz ankommen. Nach 18 bis 24 Stunden Anreise ist eine Fahrt bis an die Ostküste zu viel. Ubud oder der Süden sind die besseren ersten Standorte.
Kurz abreisen. Viele Rückflüge starten zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens, und der Verkehr im Süden ist die größte Unwägbarkeit der ganzen Reise. Die letzten Nächte gehören deshalb in die Nähe des Flughafens: nach Sanur, Jimbaran oder Nusa Dua.
Die Regionen im Überblick
| Region | Standorte | Wofür | Anreise vom Flughafen |
|---|---|---|---|
| Süden | Sanur, Jimbaran, Nusa Dua, Seminyak, Canggu | Strände, Surfen, Restaurants | 15 Minuten bis eine Stunde |
| Hochland | Ubud, Munduk | Reisterrassen, Tempel, Wasserfälle, Seen | Ubud ein bis eineinhalb Stunden, Munduk drei und mehr |
| Osten | Sidemen, Amed, Candi Dasa, Padang Bai | Blick auf den Agung, Schnorcheln, Häfen zu den Inseln | eine bis zweieinhalb Stunden |
| Norden und Westen | Lovina, Pemuteran | ruhige Strände, Delfine, Tauchen vor der Menjangan-Insel | drei bis vier Stunden |
| Inseln | Nusa Lembongan, Nusa Penida, Gili-Inseln | Klippen, Tauchen, Inseln ohne Autos | zum Hafen, dann eine halbe bis drei Stunden per Schnellboot |
Zehn Tage: Hochland, Ostküste, Strand
| Nächte | Standort | Was man dort macht | Weiter |
|---|---|---|---|
| 4 | Ubud | Reisterrassen von Tegalalang, Tirta Empul, Campuhan Ridge Walk | gut zwei Stunden nach Amed, unterwegs der Wasserpalast Tirta Gangga |
| 3 | Amed | Schnorcheln am japanischen Wrack vor dem Strand, Tempel Lempuyang | etwa zwei Stunden nach Sanur |
| 3 | Sanur | ruhiger Strand hinter dem Riff, Tagesausflug nach Nusa Lembongan | 25 Minuten zum Flughafen |
Wer lieber ins Grüne als ans Meer will, nimmt statt Amed Sidemen: eine Stunde von Ubud, Reisfelder im Tal und bei klarem Wetter der Gunung Agung darüber.
Zwei Wochen: einmal über die Insel
| Nächte | Standort | Was man dort macht | Weiter |
|---|---|---|---|
| 4 | Ubud | Reisterrassen, Tempel, Wasserfälle | gut zwei Stunden nach Munduk, unterwegs Pura Taman Ayun und Ulun Danu Bratan am See |
| 2 | Munduk | Wasserfälle, die Zwillingsseen, Kaffee- und Nelkengärten | rund dreieinhalb Stunden bis Amed, mit dem Sekumpul-Wasserfall unterwegs ein ganzer Tag |
| 4 | Amed | Schnorcheln und Tauchen, Tirta Gangga, Lempuyang | etwa zwei Stunden in den Süden |
| 4 | Sanur, Jimbaran oder Nusa Dua | Strand, Sonnenuntergang, Tagesausflug auf die Nusa-Inseln | kurz zum Flughafen |
Wer Delfine sehen will, legt zwischen Munduk und Amed zwei Nächte in Lovina ein — eine Dreiviertelstunde unterhalb von Munduk — und streicht dafür in Ubud und im Süden je eine Nacht.
Drei Wochen: mit dem Westen und den Inseln
| Nächte | Standort | Was man dort macht | Weiter |
|---|---|---|---|
| 4 | Ubud | Reisterrassen, Tempel, Wasserfälle | gut zwei Stunden nach Munduk |
| 2 | Munduk | Wasserfälle, Seen, Wanderungen | knapp zwei Stunden über Lovina nach Pemuteran |
| 3 | Pemuteran | Schnorcheln und Tauchen an der Menjangan-Insel, Nationalpark Bali Barat | knapp vier Stunden die Nordküste entlang nach Amed |
| 3 | Amed | Schnorcheln, Tirta Gangga, Lempuyang | mit dem Schnellboot in etwa einer Stunde zu den Gili-Inseln |
| 4 | Gili-Inseln | Inseln ohne Autos, Tauchen, mit dem Rad einmal um die Insel | Schnellboot zurück nach Padang Bai oder Sanur |
| 5 | Sanur oder Nusa Dua, wahlweise zwei Nächte davon auf Nusa Lembongan | Strand und Ausklang | kurz zum Flughafen |
Rundreise und Baden
Bali hat nicht den einen Badestrand, sondern sehr verschiedene. Heller Sand liegt im Süden und auf der Bukit-Halbinsel, schwarzer vulkanischer Sand im Norden und Osten. Ruhiges Wasser findet man in Sanur, Nusa Dua, Amed und Lovina. An der Westküste um Canggu und Seminyak rollen dagegen Wellen für Surfer heran, und die Strömung wird dort regelmäßig unterschätzt.
Für eine Rundreise mit Baden heißt das: Die Strandtage kommen ans Ende, nach dem Hochland und nah am Flughafen. Wer auch unterwegs baden will, findet in Amed die beste Zwischenstation, denn das Riff liegt direkt vor dem Strand. Und wer eigentlich einen Strandurlaub mit etwas Rundreise sucht, dreht die Gewichte um: vier Nächte in Ubud, danach eine Woche am Meer.
Welcher Strand wann zum Baden taugt und wo die Strömung gefährlich ist, steht unter Strände.
Rundreise mit Kindern
Mit Kindern gilt dasselbe wie oben, nur strenger: weniger Standorte, kürzere Etappen. Zwei bis drei Standorte in zwei Wochen sind genug, und länger als zwei Stunden am Stück sollte keine Fahrt dauern.
Als Strandstandort passt Sanur — ruhiges Wasser hinter dem Riff, eine lange Promenade, 25 Minuten zum Flughafen. Von Ubud aus sind Reisterrassen, der Affenwald und Wasserfälle kurze Ausflüge.
Kindersitze sind in balinesischen Autos nicht selbstverständlich. Wer einen Fahrer bucht, fragt am besten vorher danach. Mehr Ideen stehen unter Bali mit Kindern.
Mit Singapur, Java oder Lombok verbinden
Singapur. Wer über Singapur fliegt, kann den Umstieg zu ein, zwei Nächten in der Stadt ausbauen. Das entschärft den Jetlag und macht aus dem Zwischenstopp ein zweites Reiseziel. Der Flug von Singapur nach Denpasar dauert dann noch gut zweieinhalb Stunden; mehr zu den Verbindungen unter Flüge nach Bali.
Java. Von Gilimanuk im Westen Balis legen rund um die Uhr Fähren nach Ketapang bei Banyuwangi ab. Die klassische Route über Java führt von Yogyakarta mit dem Tempel Borobudur über den Vulkan Bromo zum Ijen und von dort auf die Fähre nach Bali. Wer so anreist, kommt im Westen an — und beginnt die Runde über Bali sinnvollerweise in Pemuteran, eine halbe Stunde vom Hafen, statt in Ubud.
Lombok. Die Gili-Inseln liegen vor Lombok, und die große Nachbarinsel ist von dort nur eine kurze Bootsfahrt entfernt. Wie man Lombok selbst bereist, steht auf unserer Schwesterseite lombok.de.
Mit Fahrer, Roller oder Taxi
Eigener Fahrer. Für eine Rundreise die bequemste Lösung: Der Fahrer holt am Quartier ab, hält unterwegs, wo man möchte, und bringt einen samt Gepäck zum nächsten Standort. Ein Tag mit Auto und Fahrer kostet für acht bis zehn Stunden üblicherweise 600.000 bis 900.000 Rupiah, je nach Strecke und Fahrzeug. Sprit ist meist enthalten, Eintritte und das Essen des Fahrers nicht. Wer mehrere Tage am Stück mit demselben Fahrer unterwegs ist, klärt vorher, wo er übernachtet und wer das bezahlt.
Roller. Flexibel und günstig, aber nicht für jeden. Nötig ist der internationale Führerschein, die Bergstraßen sind steil, und für Standortwechsel mit Gepäck taugt der Roller kaum. Viele kombinieren deshalb: den Roller für Ausflüge vor Ort, das Auto für die Etappen dazwischen.
Taxi und Apps. Im Süden kommt man mit Taxi, Grab und Gojek gut zurecht. Abseits davon findet sich über die Apps oft kein Wagen, und für eine Reise mit mehreren Etappen sind sie ohnehin umständlich.
Pauschal oder individuell. Reiseveranstalter bieten Bali-Rundreisen als Paket an, mit festen Hotels und oft in der Gruppe. Das nimmt die Planung ab, legt aber jeden Tag fest. Mit eigenem Fahrer reist man ähnlich bequem und bestimmt Tempo, Stopps und Unterkünfte selbst.
Häufige Fehler bei der Planung
Zu viele Standorte. Jeden zweiten Tag umzuziehen heißt jeden zweiten Tag packen, auschecken, fahren. Von der Insel sieht man dabei vor allem die Straße.
Tagesausflüge quer über die Insel. Vom Süden nach Munduk und zurück sitzt man sechs Stunden und mehr im Auto — für einen Ort, an dem man besser zwei Nächte bleibt.
Das Boot am Abreisetag. Zwischen der letzten Überfahrt und dem Rückflug gehört ein Tag Puffer.
Nyepi übersehen. Am balinesischen Neujahrstag, meist im März, steht die Insel 24 Stunden still. Der Flughafen schließt, niemand fährt, und auch Reisende bleiben im Hotel. Auf diesen Tag gehört kein Standortwechsel; mehr dazu unter Religion.
Die Jahreszeit übergehen. Die verlässlichste Zeit für eine Rundreise ist die Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober. In der Regenzeit regnet es meist ein bis zwei Stunden am Nachmittag — Wasserfälle, Bergstraßen und Wanderungen legt man dann auf den Vormittag. Temperaturen und Regentage nach Monaten stehen unter Klima auf Bali.
Fazit
Für eine Runde über Bali sind zwei Wochen das richtige Maß: vier Standorte, zwei bis vier Nächte an jedem, und die letzten Tage am Strand in der Nähe des Flughafens. Wer weniger Zeit hat, lässt den Norden weg; wer mehr hat, hängt den Westen und die Inseln an.
Und die Regel, nach der sich alles andere richtet: Auf Bali plant man in Fahrstunden, nicht in Kilometern.