Aktivitäten

Tauchen im Osten Balis

Korallenriff unter Wasser mit Fischschwarm
Bekanntester Spot
Wrack der USAT Liberty, Tulamben
Einstieg
Vom Strand, ohne Boot
Tiefe am Wrack
Etwa 5 bis 30 Meter
Beste Zeit
April bis Oktober

Der Osten ist Balis vielseitigstes Tauchrevier. Er hat einen Spot, den Anfänger am ersten Tag betauchen können, und wenige Kilometer weiter Plätze, an denen erfahrene Taucher an ihre Grenzen kommen. Und er hat das, was auf der Insel jeder kennt: ein Schiffswrack, zu dem man einfach hineinläuft.

Tulamben und die USAT Liberty

Die USAT Liberty war ein Transportschiff der US-Armee. Im Januar 1942 wurde sie in der Lombokstraße von einem japanischen U-Boot torpediert und ließ sich noch bis vor Tulamben schleppen, wo sie am Strand auf Grund gesetzt wurde. Dort lag sie über zwanzig Jahre.

1963 brach der Gunung Agung aus. Die Erschütterungen schoben das Wrack vom Strand ins Wasser, wo es heute parallel zur Küste liegt — der Bug in etwa fünf, das Heck in rund dreißig Metern Tiefe.

Was den Platz so besonders macht, ist die Zugänglichkeit. Es gibt keine Bootsfahrt: Man geht mit der Ausrüstung über den Kieselstrand ins Wasser, und nach dreißig Metern beginnt das Wrack. Deshalb wird hier so viel getaucht — und deshalb ist es morgens leer und ab neun Uhr voll.

Das Wrack ist inzwischen vollständig überwachsen: Gorgonien, Schwämme, Weichkorallen, dazu Barrakudaschwärme, Papageifische und mit Glück Buckelkopf-Papageifische am frühen Morgen. Weil der Bug so flach liegt, ist die Liberty auch zum Schnorcheln geeignet.

Amed

Nördlich von Tulamben zieht sich Amed über mehrere Buchten mit schwarzem Vulkansand. Vor der Küste liegen Korallengärten in geringer Tiefe und ein kleines japanisches Wrack, das man ebenfalls vom Strand aus erreicht.

Amed ist der ruhigere Nachbar von Tulamben: weniger Betrieb, moderate Bedingungen, gut für Kurse und für Taucher, die es unaufgeregt mögen. Die Buchten eignen sich auch zum Schnorcheln direkt vom Ufer.

Padang Bai

Der Fährhafen Padang Bai hat zwei bekannte Plätze: die Blue Lagoon und Jepun. Beide sind flach, geschützt und reich an Kleintieren — Nacktschnecken, Anglerfische, Muränen, Blaupunktrochen. Für Makrofotografie und für Nachttauchgänge ist das die beste Adresse im Osten.

Candidasa und die Inseln davor

Vor Candidasa liegen drei Felseninseln: Tepekong, Mimpang und Biaha. Hier kippt der Charakter des Reviers.

Die Strömungen zwischen den Inseln sind kräftig und wechselhaft, es gibt Abwärtsströmungen, und das Wasser ist deutlich kühler als anderswo. Dafür stehen die Chancen gut auf Weißspitzen-Riffhaie, Schildkröten und — in den kühlen Monaten — auf den Mondfisch.

Das ist nichts für Einsteiger. Wer dort taucht, sollte Erfahrung im Strömungstauchen mitbringen; ähnlich wie bei den Nusa-Inseln.

Für wen der Osten taugt

Für praktisch jeden — das ist seine Stärke. Anfänger machen ihren Kurs in Tulamben oder Amed, Fortgeschrittene finden bei Padang Bai Makro und Nachttauchgänge, und erfahrene Taucher fahren nach Candidasa hinaus.

Als Standort bieten sich Tulamben selbst, Amed oder Padang Bai an. Alle drei liegen im Osten nah beieinander; von Tulamben nach Padang Bai fährt man etwa anderthalb Stunden.

Beste Zeit

Die Trockenzeit von April bis Oktober bringt die klarste Sicht und den ruhigsten Seegang. In der Regenzeit trüben Süßwassereinträge das Wasser, und der Einstieg in Tulamben wird bei Wellengang unangenehm.

Die Wassertemperatur liegt meist zwischen 26 und 29 Grad — vor Candidasa und in der Mondfischzeit deutlich darunter.

Fazit

Wenn man auf Bali nur ein Tauchrevier besuchen kann, ist es dieses. Ein begehbares Wrack, ruhige Korallengärten, Makro-Plätze und anspruchsvolle Strömungstauchgänge liegen hier auf sechzig Kilometern Küste beieinander.

Und in Tulamben früh aufstehen. Um sieben Uhr gehört das Wrack fast einem allein.