Aktivitäten
Surfen in Ostbali
- Beste Zeit
- November bis April
- Wind
- Dann ablandig — gegenläufig zum Westen
- Untergrund
- Fast überall Riff
- Bekanntester Spot
- Keramas
Die meisten, die zum Surfen nach Bali kommen, fahren auf die Bukit-Halbinsel: Uluwatu, Padang Padang, Bingin. Das ist richtig — von Mai bis Oktober. In der übrigen Jahreshälfte steht der Wind dort ungünstig, und dann lohnt der Blick auf die andere Seite der Insel.
Denn die Ostküste funktioniert genau andersherum. Von November bis April, also in der Regenzeit, weht hier ablandiger Wind und hält die Wellen sauber. Wer im europäischen Winter nach Bali reist, surft im Osten.
Warum die Saison gegenläufig ist
Der Grund ist der Monsun. In der Trockenzeit kommt der Wind aus Südost — das ist an der Westküste ablandig und an der Ostküste auflandig, wo er die Wellen zerdrückt. In der Regenzeit dreht er auf Nordwest, und das Verhältnis kehrt sich um.
Dazu kommt: Die Swells sind in der Regenzeit im Schnitt kleiner. Für die Ostküste ist das kein Nachteil, sondern passt zu ihren Spots — viele brauchen ohnehin keine großen Wellen, um zu funktionieren.
Die Spots
Keramas
Der bekannteste Break der Ostküste, gelegen im Bezirk Gianyar zwischen Sanur und Ubud. Keramas ist eine rechte Welle über Riff, schnell, steil und mit Sektionen, die Manöver zulassen — der Grund, warum hier regelmäßig internationale Wettbewerbe ausgetragen werden.
Das ist kein Spot für Anfänger. Die Welle bricht kraftvoll über flachem Riff, und bei größerem Swell wird sie ernst. Wer gut surft, findet hier die vielleicht beste Welle der Insel außerhalb der Bukit.
Der Strand davor ist schwarzer Vulkansand, und die Sonne geht direkt vor der Welle auf — Keramas ist einer der wenigen Spots Balis, an denen die frühe Session auch fotografisch etwas hergibt.
Sanur
Vor Sanur liegt ein vorgelagertes Riff, und darauf brechen mehrere Wellen. Sie sind gutmütiger als Keramas, verlangen aber ebenfalls Erfahrung: Der Einstieg führt über das Riff, und man erreicht die Spots meist per Boot.
Für Reisende praktisch ist die Lage — Sanur hat eine breite Auswahl an Unterkünften, eine ruhige Promenade und kurze Wege zum Hafen für Ausflüge auf die Nusa-Inseln.
Nusa Dua
An der Ostseite der Bukit bricht vor Nusa Dua eine kräftige Riffwelle, links und rechts. Sie läuft weit draußen, wird per Boot angefahren und braucht Größe, um zu funktionieren — dann aber liefert sie lange, saubere Wände.
Anspruchsvoll, und bei großem Swell nur etwas für erfahrene Surfer.
Serangan
Die Insel südlich von Sanur, über einen Damm erreichbar. Der Break dort ist zugänglicher als die übrigen, funktioniert über ein breites Spektrum an Bedingungen und ist deshalb der Spot, an dem Fortgeschrittene an der Ostküste am ehesten anfangen.
Für welches Können der Osten taugt
Ehrlich gesagt: nicht für Anfänger. Fast alle Spots brechen über Riff, viele werden per Boot angefahren, und der Einstieg verzeiht wenig.
Wer surfen lernen will, ist auf der Westseite besser aufgehoben — in Kuta, Legian oder Canggu, wo Sandstrände und Surfschulen aufeinandertreffen. Der Osten ist die Adresse für alle, die schon stehen können und in der falschen Jahreshälfte kommen.
Was man in der Regenzeit sonst erwarten kann
Regenzeit heißt auf Bali nicht Dauerregen. Typisch sind kräftige Schauer am Nachmittag, oft nur ein bis zwei Stunden, dazwischen Sonne. Die Morgenstunden — also genau die Zeit, in der man surft — sind meist trocken.
Das Wasser hat dann Badewannentemperatur, ein Shorty reicht völlig. Und die Insel ist deutlich leerer als im Juli und August, was sich sowohl am Spot als auch bei den Unterkunftspreisen bemerkbar macht.
Fazit
Die Ostküste ist Balis zweite Saison. Sie ist nichts für den ersten Surfurlaub, aber sie ist der Grund, warum die Insel ganzjährig funktioniert: Wenn die Bukit vom Wind zerblasen wird, stehen hier saubere Wellen.
Wer zwischen November und April kommt und surfen kann, sollte einen Standort im Osten wählen — und Keramas an einem Morgen mit kleinem Swell zumindest einmal ansehen.