Aktivitäten
Gunung Abang
- Höhe
- Rund 2.150 Meter
- Rang
- Dritthöchster Berg Balis
- Aufstieg
- Zwei bis drei Stunden
- Besonderheit
- Kaum begangen, dichter Bergwald
Am Ostrand der Batur-Caldera steht ein Berg, den die meisten übersehen, obwohl sie direkt darauf schauen: der Gunung Abang, mit rund 2.150 Metern der dritthöchste Balis. Er ist der höchste Punkt des Kraterrands, der den Danau Batur und den Gunung Batur umschließt.
Und er hat, was dem Batur fehlt: Ruhe.
Warum kaum jemand hier hochgeht
Der Batur gegenüber ist Balis Wanderberg schlechthin — jede Nacht ziehen Gruppen im Dunkeln zum Sonnenaufgang hinauf. Der Abang liegt in Sichtweite, und an den meisten Tagen ist auf ihm niemand unterwegs.
Das hat zwei Gründe. Der Gipfel ist bewaldet, und die berühmte Aussicht bekommt man beim Batur eher. Und er wird schlicht nicht vermarktet: Es gibt keine organisierten Nachttouren, keine Warungs am Weg, keinen Betrieb.
Für alle, die genau das nicht suchen, ist er die bessere Wahl.
Der Weg
Der Aufstieg beginnt in der Nähe des Pura Puncak Penulisan beziehungsweise auf der Straße entlang des Kraterrands oberhalb von Kintamani. Von dort führt ein Pfad durch dichten, feuchten Bergwald nach oben — moosbehangene Bäume, Farne, oft Nebel.
Für den Aufstieg braucht man je nach Kondition zwei bis drei Stunden, für den Rückweg etwa zwei. Der Pfad ist nicht steil im Sinne von ausgesetzt, aber durchgehend bergauf, teils schlammig und von Wurzeln durchzogen.
Unterwegs liegen mehrere kleine Tempel und Schreine im Wald — der Abang gilt als heiliger Berg, und der Weg ist auch ein Pilgerpfad.
Die Aussicht
Der eigentliche Gipfel ist bewaldet und bietet wenig Fernblick. Auf dem Weg dorthin öffnen sich aber mehrere Lichtungen, und von dort sieht man hinunter auf den See, den Batur-Kegel und die schwarzen Lavafelder der letzten Ausbrüche — ein Blick, den man vom Batur selbst so nicht bekommt, weil man dort mittendrin steht.
Bei klarem Wetter reicht der Blick nach Osten bis zum Gunung Agung.
Wann sich die Tour lohnt
In der Trockenzeit von Mai bis Oktober und am frühen Morgen — dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass die Lichtungen freie Sicht bieten. Ab dem späten Vormittag zieht es in der Caldera regelmäßig zu.
Anders als beim Batur muss man dafür nicht mitten in der Nacht losgehen. Ein Start um sechs oder sieben Uhr genügt.
Abang oder Batur?
Batur, wenn man den Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer will, den Weg nicht suchen möchte und Gesellschaft nicht stört. Zwei Stunden Aufstieg, alles organisiert.
Abang, wenn man Ruhe will, gern im Wald geht und den Blick auf den Vulkan dem Blick vom Vulkan vorzieht.
Fazit
Ein stiller Berg direkt neben dem lautesten der Insel. Wer schon einmal in Kintamani war und den Batur von der Seite gesehen hat, findet auf der anderen Seite des Sees eine Wanderung, die deutlich mehr Wald und deutlich weniger Menschen bietet.