Sehenswürdigkeiten

Monkey Forest Ubud

Langschwanzmakak im Waldschutzgebiet
Offizieller Name
Mandala Suci Wenara Wana
Lage
Süden von Ubud, Ortsteil Padangtegal
Bewohner
Über tausend Langschwanzmakaken
Tempel im Wald
Drei

Am südlichen Ende der Jalan Monkey Forest hört Ubud auf und der Wald fängt an. Was danach kommt, heißt offiziell Mandala Suci Wenara Wana — geweihter Affenwald — und ist genau das: kein Zoo, kein Tierpark, sondern ein Stück heiliger Wald mitten im Ort, in dem seit Generationen Affen leben.

Betrieben wird er nicht von einem Unternehmen, sondern vom Dorf Padangtegal selbst. Das erklärt einiges am Charakter der Anlage — sie ist gepflegt, aber sie ist kein Freizeitpark.

Wo er liegt

Der Wald schließt den Süden von Ubud ab. Von der Ortsmitte sind es zu Fuß etwa zehn bis fünfzehn Minuten die Jalan Monkey Forest hinunter, und der Weg dorthin ist selbst schon eine kleine Sehenswürdigkeit: Läden, Cafés, Yoga-Studios, dazwischen Tempelmauern.

Wer aus dem Süden der Insel kommt, braucht je nach Verkehr gut anderthalb Stunden. Es lohnt sich, den Besuch mit anderen Zielen in Ubud zu verbinden — dem Campuhan Ridge Walk am Morgen etwa, oder den Reisterrassen von Tegalalang nördlich des Ortes.

Was es dort zu sehen gibt

Der Wald ist rund zwölf Hektar groß und von Wegen durchzogen, die über Brücken und Treppen durch eine Schlucht führen. Prägend sind die mächtigen Würgefeigen mit ihren herabhängenden Luftwurzeln — Bäume, die auf Bali als heilig gelten und deren Stämme hier von moosbewachsenen Steinfiguren begleitet werden.

Im Wald stehen drei Tempel, alle aus dem 14. Jahrhundert stammend:

  • Pura Dalem Agung Padangtegal — der Haupttempel, ein Totentempel, der Shiva in seiner auflösenden Erscheinungsform geweiht ist.
  • Pura Beji — der Badetempel an einer heiligen Quelle, traditionell ein Ort ritueller Reinigung.
  • Pura Prajapati — verbunden mit der Einäscherung, am Rand des Waldes gelegen.

Das Innere der Tempel ist Gläubigen vorbehalten. Von außen sind sie trotzdem der eindrucksvollste Teil der Anlage: Treppen, Tore und Wächterfiguren, alles überwuchert, alles feucht, alles grün.

Die Affen

Es leben über tausend Langschwanzmakaken im Wald, aufgeteilt in mehrere Gruppen mit eigenen Revieren. Sie sind vollständig an Menschen gewöhnt und haben keinerlei Scheu.

Das ist der Punkt, an dem viele Besuche kippen. Diese Tiere sind wild, nicht zahm — sie sind nur nicht mehr ängstlich. Sie klettern auf Schultern, ziehen an Taschen, nehmen weg, was greifbar ist, und sie verteidigen, was sie einmal haben.

Wer gebissen oder gekratzt wird, sollte das nicht auf sich beruhen lassen. Bisse von Affen bergen ein Tollwutrisiko; die Wunde gehört gewaschen und ärztlich angesehen. Mehr dazu steht auf der Seite zu den Impfungen.

Wann man kommen sollte

Kurz nach dem Öffnen am Morgen. Dann sind die Wege noch leer, das Licht fällt schräg durch die Bäume, und die Affen sind mit sich selbst beschäftigt statt mit Besuchern.

Ab dem späten Vormittag treffen die Reisegruppen ein, und ab da ist der Wald voll — sowohl mit Menschen als auch mit Affen, die gelernt haben, dass sich der Andrang lohnt. Nachmittags wird es wieder ruhiger, aber nicht so ruhig wie früh.

Eintritt wird am Eingang erhoben, für Erwachsene und Kinder unterschiedlich. Die Sätze ändern sich gelegentlich; verlässlich ist nur, was vor Ort ausgeschildert ist.

Sangeh als Alternative

Wer Affen sehen will, aber keine Menschenmenge, sollte den Sangeh Monkey Forest in Betracht ziehen — deutlich weniger besucht, dafür auch kleiner und ohne die Schlucht.

Fazit — lohnt sich der Monkey Forest?

Ja, wenn man früh kommt und weiß, worauf man sich einlässt. Der Reiz liegt weniger bei den Affen als bei dem, worin sie leben: einem alten, feuchten, überwucherten Waldstück mit drei Tempeln darin, mitten in einem Ort, der sonst vor allem aus Cafés besteht.

Wer mittags mit offener Tasche und Sonnenbrille auf dem Kopf hineingeht, erlebt etwas anderes — und erzählt es hinterher als Anekdote.