Sehenswürdigkeiten

Sangeh Monkey Forest

Dichter tropischer Wald im Bergland
Lage
Dorf Sangeh, Bezirk Badung
Entfernung Denpasar
Rund 20 Kilometer nach Norden
Tempel im Wald
Pura Bukit Sari
Andrang
Deutlich geringer als in Ubud

Der zweite Affenwald Balis ist der unbekanntere, und für viele ist er deshalb der bessere. Sangeh liegt abseits der üblichen Route, hat keine Ladenstraße davor und an normalen Tagen so wenig Betrieb, dass man den Wald streckenweise für sich hat.

Was ihn ausmacht, sind aber nicht die Affen. Es sind die Bäume.

Wo Sangeh liegt

Das Dorf gehört zum Bezirk Badung und liegt rund zwanzig Kilometer nördlich von Denpasar, auf halbem Weg in die Berge. Von Ubud aus fährt man je nach Route etwa vierzig Minuten, aus dem Süden der Insel gut eine Stunde.

Der Besuch lässt sich gut mit dem Pura Taman Ayun in Mengwi verbinden — der liegt nur wenige Kilometer entfernt und ist einer der schönsten Tempel der Insel.

Der Wald

Sangeh ist ein Hain hoher, auffallend gerader Bäume, die die Balinesen Pala nennen. Sie werden über dreißig Meter hoch, stehen dicht, und ihre Kronen schließen sich weit oben zu einem Dach — unten bleibt es dämmrig und kühl, selbst wenn draußen die Mittagssonne steht.

Diese Bäume kommen sonst kaum irgendwo auf Bali vor, und niemand weiß sicher, wie sie hierher gelangt sind. Der Hain gilt als heilig und ist deshalb nie gerodet worden; er steht seit Jahrhunderten unter dem Schutz der umliegenden Dörfer.

Die Legende

Wie fast alles auf Bali hat auch der Wald seine Erzählung, und sie führt ins Ramayana. Der Affengeneral Hanuman soll den heiligen Berg Mahameru aus Indien fortgetragen haben, um damit den Dämonenkönig Rawana zu erschlagen. Auf dem Weg zerbrach ein Stück des Berges und fiel hier zu Boden — samt dem Wald, der darauf wuchs, und samt den Affen, die darin lebten.

Eine zweite Überlieferung erzählt von einer Prinzessin, die den Hain angelegt haben soll und deren Gefolge sich in Affen verwandelte.

Pura Bukit Sari

Mitten im Wald steht ein Tempel, der Pura Bukit Sari. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde von einem Fürsten aus Mengwi errichtet.

Bemerkenswert ist weniger seine Größe als seine Lage: eine gemauerte Anlage mit gespaltenem Tor, Wächterfiguren und Moos auf jedem Stein, ringsum die Baumstämme, die senkrecht in die Höhe gehen. Es gibt nicht viele Orte auf Bali, an denen Architektur und Wald so ineinandergreifen.

Die Affen

Auch hier leben Langschwanzmakaken, in mehreren Gruppen, und auch hier sind sie an Menschen gewöhnt. Sie sind zutraulicher, als Besucher erwarten, und die Regeln sind dieselben wie im Monkey Forest in Ubud:

Ein Unterschied zu Ubud fällt trotzdem auf: Weil hier weniger Besucher durchgehen, sind die Tiere weniger aufdringlich. Sie beobachten mehr, als sie zugreifen.

Wann sich der Besuch lohnt

Am Vormittag, wie überall. Bis auf Feiertage und Wochenenden ist es in Sangeh aber selbst mittags erträglich — genau das ist sein Vorteil gegenüber Ubud.

Eintritt wird am Eingang erhoben und ist niedriger als in Ubud. Am Parkplatz wird zudem Obst zum Füttern angeboten; besser nicht kaufen. Es macht die Tiere zudringlich und ist im Wald selbst nicht erwünscht.

Fazit — lohnt sich Sangeh?

Als einziges Ziel eines Tages eher nicht: Die Anlage ist in einer knappen Stunde durchgangen. In Verbindung mit Taman Ayun oder auf dem Weg in die Berge ist sie dagegen ein lohnender Zwischenstopp — und für alle, die den Andrang in Ubud scheuen, die klar bessere Wahl.

Wer stille, hohe Wälder mag, kommt ohnehin wegen der Bäume.