Yoga

Obwohl Yoga eigentlich seinen Ursprung in Indien hat, hat Bali sich zu einer Art Yoga-Mekka entwickelt. Auf der Insel der Götter reiht sich quasi ein Yogastudio an das nächste, es werden zahlreiche Retreats, Workshops und sogar Yogalehrer-Ausbildungen angeboten.

Doch warum eigentlich ausgerechnet auf Bali? Was hat die Insel mit Yoga am Hut und ist es tatsächlich ein idealer Ort, um einen Yoga-Urlaub zu machen? Doch fangen wir erst mal ganz von vorne an: Was ist Yoga überhaupt und warum ist es so ein Trend?

Was ist Yoga?

Yoga ist eine Jahrtausende alte philosophische Lehre aus Indien, deren ganzheitlicher Ansatz Körper, Geist und Seele in Einklang bringen und vor allem den „Monkey Mind“ stillen soll. Dieser geschäftige Kommentator in unserem Gehirn, der uns davon abhält im Hier und Jetzt zu leben, soll unter Kontrolle gebracht oder zumindest leiser gedreht werden.

Hierbei spielen die körperlichen Übungen eigentlich nur eine von vielen Rollen. Neben den Posen, den sogenannten Asanas, sind auch Atemübungen, Meditation, Konzentration sowie gewisse moralische Lebenseinstellungen und Handlungsweisen und weitere Aspekte eine ebenso wichtige Rolle wie die körperliche Ertüchtigung.

Mittlerweile hat Yoga seinen Weg auch zu uns in den Westen gefunden und erfreut sich großer Beliebtheit. In unserer westlichen Welt liegt allerdings häufig der Fokus hauptsächlich auf den Asanas und wird oft lediglich als eine weitere Sportart angesehen, die uns fit und flexibel machen oder halten soll, was aber eigentlich nicht der alleinige Sinn der Übungen ist. Gedacht sind die Posen zur körperlichen Vorbereitung für die Meditation und es steckt, wie bereits erwähnt, viel mehr Sinn dahinter als ein wenig Gymnastik und Stretching.

Warum Bali ein guter Ort für Yoga ist

Auch wenn Yoga ursprünglich aus Indien stammt und eigentlich nicht zu der historischen Kultur Balis gehört, hat sich hier eine große Yoga-Szene ausgebildet. Speziell in Ubud, dem spirituellen Zentrum Balis, hat sich Yoga stark etabliert. Es gibt zahlreiche Yogastudios und Geschäfte, die Yogakleidung, -bücher und -zubehör verkaufen. Etliche Touristen steuern Ubud an, um hier ein Yoga-Retreat zu besuchen oder gar eine Yogalehrerausbildung zu absolvieren. Dort findet sogar einmal pro Jahr ein einwöchiges Yogafestival, das “Bali Spirit Festival” statt.

Aber auch in den anderen touristischen Orten der Insel, wie zum Beispiel in Canggu, Seminyak, Uluwatu oder Sanur gibt es mittlerweile zahlreiche Yogastudios, die diverse Yogastile für jedes Yogalevel unterrichten. Wieso Bali so beliebt ist, um Yoga zu üben und warum die Insel und Yoga so gut zusammenpassen? Hierfür gibt es unter anderem folgende Gründe.

Selbstfindung und Spiritualität

Spätestens seit dem Bestseller in Buch- und Film-Form “Eat, Pray, Love” von Elizabeth Gilbert pilgern jährlich tausende Sinnsuchende nach Bali auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Doch warum ist der ausgerechnet auf Bali einfacher zu finden als anderswo?

Das könnte zum einen an der Spiritualität liegen, die auf Bali sehr präsent ist. Mit den zahlreichen Heilern und Gurus, die ihre Dienste anbieten und den unzähligen, antiken Tempeln hat die indonesische Insel generell eine magische Aura. Da die Spiritualität so präsent ist und man täglich von ihr umgeben ist, erleichtert es den Zugang dazu und ermöglicht abstraktere Denk- und Lebensweisen.

Das harmoniert natürlich großartig mit dem Prinzip von Yoga und erleichtert vielleicht auch ein Stück weit die Sinnsuche, indem es den Horizont des Suchenden erweitert und neue Perspektiven darbietet.

Hinduistische Religion

Indien, der Geburtsort von Yoga und die Insel Bali haben zumindest eines gemeinsam: Die hinduistische Religion. Diese ist auf Bali omnipräsent und jeder Tag ist geprägt von religiösen Ritualen, Opfergaben und Gebeten der Einheimischen. Die Meditation, ein Teil der Yoga-Lehre, ist ebenso ein großer Bestandteil der hinduistischen Religion und des balinesischen Brauchtums. Yoga ist zwar nie Teil der balinesischen Kultur gewesen, hat aber sehr viele Gemeinsamkeiten mit der Einstellung und dem Glauben der Balinesen. Und diese spürt man an jeder Ecke der Insel.

Tranquilität der Balinesen

Die Balinesen haben das Talent im Hier und Jetzt zu leben, wovon wir uns eine große Scheibe abschneiden könnten. Natürlich ist das nicht in jeder Lebenslage die richtige Herangehensweise und manchmal bedarf es doch etwas Zukunftsplanung und Voraussicht, aber im Großen und Ganzen ist das eine sehr erstrebenswerte Lebensweise. Man sorgt sich weniger und hängt weniger der Vergangenheit nach. Der Balinese lebt im Moment und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Was heute ist, ist heute und was morgen ist, sehen wir dann morgen. Diese Einstellung bringt große Gelassenheit und ist ein wenig ansteckend. Auch Yoga lehrt, mehr im Moment anzukommen und sich weniger Gedanken über die Zukunft und die Vergangenheit zu machen.

Tropisches Klima

Durch die warmen Temperaturen sind unsere Muskeln dehnbarer und unsere Körper flexibler. Dadurch wird es einfacher, speziell die Yoga-Posen zu erreichen, für die man recht dehnbar sein muss.

Exotische Aussicht

Viele Yoga-Shalas sind an sich schon wunderschön gestaltet. Da sie meistens offen sind, bieten sie in der Regel einen traumhaften Blick in den grünen Dschungel, über satte Reisfelder oder über den Ozean. Das macht das Üben natürlich noch attraktiver und schöner und entspannt und entschleunigt ungemein.

Große Auswahl

Dadurch, dass Bali sich zu einer Art Yoga-Mekka entwickelt hat, gibt es eine sehr große Auswahl an Yoga-Studios, die die verschiedensten Yoga-Stile für jedes Level anbieten. Das macht es einfach, die jeweils richtige Stunde für das eigene Bedürfnis, Erfahrungslevel und den ganz individuellen Geschmack zu finden. Vom klassischen Hatha-Yoga über herausforderndes Ashtanga-Yoga bis hin zum tiefenentspannenden Yin-Yoga sind alle erdenklichen Stile vertreten. So findet man zum Beispiel auch Angebote für Vinyasa, Kundalini, Fly-High-Yoga, Iyengar, Jivamukti, Sivananda oder Anusara-Yoga.

Bali ist günstig

Die Lebenshaltungskosten auf Bali sind, verglichen mit anderen Urlaubs-Destinationen, sehr günstig. Hier kann man ein Yoga-Retreat zu einem Bruchteil des sonst üblichen Preises besuchen. Auch Yogalehrerausbildungen sind erschwinglicher, da die Kosten für Unterkunft und Essen sehr viel geringer ausfallen als beispielsweise auf Hawaii oder in Costa Rica.

Fazit: Ist Bali ein guter Ort, um Yoga zu praktizieren?

Auch wenn man eigentlich sein Zuhause gar nicht verlassen müsste, um Yoga zu üben, so pilgern doch einige Menschen nach Bali, um dort ihre Matte auszurollen. Und das aus gutem Grund. Bali ist ein idealer Ort, um sich der Spiritualität der Insel und des Yogas hinzugeben und die Magie der Insel auf sich wirken zu lassen. In der relaxten Atmosphäre und reichen Natur lässt es sich gleich viel einfacher entspannen und meditieren. Außerdem bietet Bali für jeden Geschmack und für jedes Level vom Einsteiger bis zum Fortgeschrittenen etwas an und das Angebot ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Wer nach Bali kommt, um Yoga zu machen, der wird also vermutlich nicht enttäuscht und kommt tiefenentspannt nach Hause. Und ganz eventuell findet er sogar den Sinn des Lebens.