Vulkantouren

Was ist wohl der beste Ort auf Bali, um sich den Sonnenaufgang anzusehen? Genau: Der Gipfel eines Vulkans!

Auf Bali gibt es einiges zu erleben. Wer zur Abwechslung aber mal etwas anderes als Strand, Reisfelder und Wasserfälle sehen möchte und Lust auf ein Abenteuer hat, der kann zum Beispiel mitten in der Nacht einen der aktiven Vulkane besteigen. Klingt abenteuerlich und anstrengend? Ja! Aber es lohnt sich.

Auf Bali gibt es zwei aktive Vulkane, auf deren Gipfel man wandern kann. Der Mount Batur stellt dabei mit seinen 1.717 Metern die kleinere Version dar. Der Mount Agung ist 3.142 Meter hoch und somit die höchste Erhebung Balis. Doch wo liegen diese Vulkane genau, wie kommt man auf die Gipfel und was darf man von einer Vulkantour auf Bali erwarten?

Vulkantour auf den Mount Batur

Der Mount Batur, der nach hinduistischem Glauben heilig ist, liegt im Norden der Insel Bali. Der auch Gunung Batur genannte Vulkan, ist der kleinere der beiden Vulkane auf Bali. Doch das war nicht immer so. Ursprünglich war der „Batur“ größer, doch bei einem gewaltigen Ausbruch vor 30.000 Jahren wurde die Spitze abgetragen und seitdem überragt ihn der Gunung Agung und stellt statt ihm den höchsten Punkt der Insel dar.

Der Schichtvulkan wird von einem 10 mal 13,5 Kilometer großen Krater gesäumt und am Fuß des Vulkans liegt der idyllische Kratersee Lake Batur. Hier findet man auch heiße Quellen, die nach der Wanderung eine willkommene Erholung bieten.

Gut organisierte Touren

Auf den Mount Batur sollte und darf man offiziell nur mit einem Guide wandern. Das ist auch durchaus ratsam, da man meist mitten in der Nacht im Dunkeln den Aufstieg beginnt, um pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Es gibt zahlreiche Anbieter, die Komplett-Pakete anbieten. Inklusive ist meist die Anfahrt, ein kleiner Snack vor dem Aufstieg, die Führung hinauf mit Tour-Guide, ein kleines Frühstück auf dem Gipfel sowie natürlich der Abstieg und die Rückfahrt. Teilweise ist auch ein Besuch in den heißen Quellen im Tal inklusive, was nach den Strapazen der Wanderung eine Wohltat ist.

Viele Wege führen auf den Gipfel und so gibt es fünf verschiedene Startpunkte für die Wanderung. Je nachdem, von wo man startet, variiert die Dauer des Aufstiegs. Gemein haben alle Startpunkte das Ziel, zum Tagesanbruch gegen 6.30 Uhr oben zu sein, um den atemberaubenden Sonnenaufgang zu bewundern. Einer der beliebtesten Startpunkte liegt in Kintamani, von wo der Aufstieg vier Stunden dauert. Von Toya Bunkah und vom Tempel Pura Juti Batur dauert die Wanderung bis zum Gipfel nur noch drei Stunden und von Songan sogar nur noch anderthalb Stunden.

Die Vulkan-Tour ist eine sehr beliebte Touristen-Aktivität und man darf mit viel “Verkehr” auf dem Weg nach oben rechnen. Der Aufstieg ab Songan ist weniger frequentiert und empfehlenswert, wenn man nur eine kurze Wanderung machen möchte und dabei ein bisschen mehr Ruhe haben will.

Start in der dunklen Nacht

Mitten in der Nacht geht es in der Dunkelheit los. Mit Taschenlampen gewappnet wandert man bei klarem Himmel unter wunderschönem Sternenhimmel über Stock und Stein hinauf auf den Gipfel. Das Lavageröll und teilweise sandiger Untergrund können den Aufstieg etwas beschwerlich und rutschig machen, weshalb man unbedingt festes Schuhwerk tragen sollte. Auch wenn manch ein Balinese die Wanderung durchaus erfolgreich in Flip-Flops zurücklegt. Außerdem ist warme Kleidung im Zwiebelprinzip empfehlenswert, da die Temperaturen mit steigender Höhe immer weiter sinken.

Grandioser Ausblick vom Gipfel

Nach anderthalb bis vier Stunden, je nach Startpunkt, erreicht man den Gipfel und darf sich an einer Tasse heißem Tee oder Kaffee wärmen und die mystische Stille genießen. Im Tal über dem Kratersee steigt Nebel auf und die Sonne zaubert ihre ersten Strahlen an den Horizont. Die Natur erwacht langsam und die Umrisse der magischen, umliegenden Landschaft werden sichtbar. Die Spitze des Mount Rinjani (der Vulkan der Nachbarinsel Lombok) taucht aus der Dunkelheit auf, genauso der 2.000 Meter hohe Mount Abang sowie der über 3.000 Meter hohe Gunung Agung. Die aufsteigende Sonne taucht die Landschaft allmählich in ihr goldenes Licht, der Vulkan ist von heißem Dampf umhüllt und die Strapazen des Aufstiegs sind schnell vergessen.

Zum Frühstück auf dem Gipfel gibt es meist in der heißen Vulkanerde gegarte Eier, Bananen, Brot und Kaffee oder Tee plus eine Wahnsinns-Aussicht, die sich ideal für ein ausgefallenes Urlaubsfoto eignet.

Abstieg durch die Vulkanlandschaft

Nach einer kleinen Wanderung um den Krater herum, geht es wieder zurück ins Tal. Nun wird die außergewöhnliche, karge Vegetation sichtbar, die beim Aufstieg im Dunkeln verborgen blieb. Abgebrannte Bäume und Sträucher zeugen von einem vergangenen Vulkanausbruch. Die tolle Aussicht lenkt von den müden Beinen ab, die vom Aufstieg etwas erschöpft sind und sich auf eine Pause freuen.

Der Schwierigkeitsgrad des Abstiegs variiert je nach Route. Bei den weniger frequentierten Wegen handelt es sich teilweise um eine ziemliche Rutschpartie, da man einige Geröllhänge passieren muss. Die populäreren Strecken dagegen bieten angenehme Trampelpfade, die an grünen Gemüsefeldern vorbeiführen.

Unten angelangt laden die Hot Springs zu einem erholsamen Bad ein, das man sich nach der Vulkan-Besteigung redlich verdient hat. Im warmen Wasser entspannen die beanspruchten Muskeln besonders gut.

Vulkantour auf den Mount Agung

Der Vulkan Gunung Agung ist mit seinen 3.142 Metern der größte Berg Balis. Er liegt im Nord-Osten der Insel und ist der heiligste Berg Balis. Für die Einwohner gilt er als Zentrum des Universums. Nach balinesischem Glauben wohnen hier die Götter und die Geister ihrer verstorbenen Ahnen. Weil er von vielen Regionen Balis zu sehen ist, wird er auch gerne als Orientierungspunkt genutzt und dient, um die Himmelsrichtung zu bestimmen. Am Hang des Gunung Agung befindet sich der heiligste Tempel Balis, der Pura Besakih. Weil er so bedeutend ist, wird er auch als Muttertempel bezeichnet.

Der Vulkan hat einen immensen Einfluss auf die Balinesen und ihr alltägliches Leben: Sie betten ihren Kopf beim Schlafen in seine Richtung und sogar Häuser und Straßen werden nach ihm ausgerichtet. Der aktive Schichtvulkan bricht noch immer gelegentlich aus und spuckt Asche. In so einem Fall müssen umliegende Dörfer evakuiert und teilweise der Flugverkehr eingestellt werden. Zuletzt passierte das im Jahr 2019.

Der höchste Berg Balis

Wer Lust auf eine noch größere Herausforderung als die Erklimmung des Batur hat und sich den Sonnenaufgang vom höchsten Punkt Balis aus ansehen möchte, der kann den größten Berg und Vulkan Balis nach ähnlicher Manier besteigen.

Sofern der Vulkan keine auffällige Aktivität aufweist und das Wetter mitspielt, eignet sich der „Agung“ genau wie der Mount Batur perfekt für eine Nachtwanderung. Auch auf den Agung darf man offiziell nur mit einem Guide wandern, was auch hier sehr ratsam ist, zu befolgen.

Wer pünktlich für die ersten Sonnenstrahlen ganz oben sein möchte, muss früh aufstehen, denn die Wanderung bis zum Gipfel ist lang.

Die kurze Route

Zwei verschiedene Routen führen nach oben. Die kürzere, sogenannte Südroute, dauert etwa dreieinhalb bis vier Stunden, führt allerdings nur bis zum unteren Rand des Kraters. Dennoch ist der Ausblick von hier phantastisch und beeindruckend. Der Weg führt zuerst durch einen Wald und später über Lava-Gestein. Oben angelangt hat man eine Wahnsinns-Aussicht über den Osten Balis, das Meer sowie die Nachbarinsel Lombok. Für diesen Aufstieg muss man um 2 Uhr nachts starten, um pünktlich zum Tagesanbruch oben zu sein.

Der lange Weg bis zum Gipfel

Die alternative Süd-West-Route ist mit etwa sieben Stunden Aufstieg doppelt so lang wie die Südroute, führt dafür aber bis ganz nach oben auf die Kraterspitze, von wo man eine grandiose Aussicht hat. Startpunkt ist hier der Pura Penataran Agung, einer der höchst gelegenen Tempel des Pura-Besakih-Tempelkomplexes. Um es pünktlich zum ersten Licht nach oben zu schaffen, muss man vor Mitternacht losgehen und durch einen Wald, über Lava-Geröll und vorbei an einer Felswand wandern. Oben angelangt erwartet einen eine atemberaubende Sicht über den Osten Balis, Lombok und ein Blick auf die 200 Meter tiefe Caldera.

Der Lohn der Vulkantour

Genau wie auf dem Mount Batur erwartet den Wanderer oben angelangt ein kleines, wärmendes Frühstück mit Bomben-Panorama und beeindruckendem Sonnenaufgang. Die Strapazen des Aufstiegs werden also durchaus belohnt. Danach geht es wieder hinab ins Tal, diesmal im Hellen, was einem ermöglicht, die tolle Aussicht und Landschaft zu genießen.

Diese intensive, insgesamt 14-stündige Wanderung muss an einem Tag zurückgelegt werden, da es in den Höhenlagen keine Unterkünfte gibt.

Fazit – Für wen lohnt sich eine Vulkantour auf Bali?

Eine Wanderung auf einen der balinesischen Vulkane ist definitiv ein spannendes Abenteuer und die Aussicht ist die Anstrengung des Aufstiegs wert. Zum Glück kann man wählen, ob man insgesamt 14 Stunden oder nur drei Stunden wandern möchte, um den Sonnenaufgang von einem der Gipfel zu bestaunen. Vorausgesetzt werden in beiden Fällen eine mittlere bis gute Grundfitness und Kondition. Auch entsprechendes, festes Schuhwerk sollte man tragen. Wer keine Wanderstiefel dabei hat, kann auch in Sportschuhen mit gutem Profil wandern.

Außerdem empfehlenswert ist warme und wetterfeste Kleidung, am besten im Zwiebelprinzip. So kann man sich auf dem Weg der jeweiligen Temperatur und Anstrengung entsprechend an- oder ausziehen. Die ideale Zeit, um sowohl Mount Batur als auch Mount Agung zu besteigen, ist die Trockenzeit von Mai bis September. In dieser Zeit ist die Chance auf eine Wanderung unter sternenklarem Himmel mit Blick auf die Milchstraße am höchsten. Außerdem macht Wandern natürlich ohne Niederschlag mehr Spaß und in der Regenzeit kann der Weg rutschig werden, was den Aufstieg noch beschwerlicher macht.

Mitnehmen sollte man des Weiteren ausreichend Proviant, Wasser, eventuell eine Taschenlampe und Pflaster für Kratzer, falls man mal abrutschen sollte.

Komplett-Pakete von verschiedenen Anbietern beinhalten meist die Anfahrt, die Führung hinauf mit einem erfahrenen Tour-Guide, ein kleines Frühstück auf dem Gipfel sowie natürlich den Abstieg und die Rückfahrt.