Aktivitäten
Yoga auf Bali
- Zentrum
- Ubud, danach Canggu
- Einzelstunde
- Ohne Anmeldung möglich
- Beste Tageszeit
- Früh morgens oder abends
- Retreats
- Meist drei bis vierzehn Tage
Es gibt weltweit wenige Orte, an denen so viel Yoga unterrichtet wird wie in Ubud. Was in den 1970er-Jahren mit einzelnen Reisenden begann, ist heute eine Industrie: offene Klassen im Halbstundentakt, Retreats in jeder Preislage, Ausbildungen zum Lehrer, und eine ganze Straße voller Cafés, die dazu passen.
Das hat zwei Seiten, und beide gehören in eine ehrliche Beschreibung.
Warum ausgerechnet Ubud
Der Ort liegt im Hügelland, umgeben von Reisterrassen und Flussschluchten, deutlich kühler als die Küste und ohne Strandbetrieb. Dazu kommt eine lange Geschichte als Künstlerort — schon in den 1930er-Jahren zog Ubud westliche Maler, Musiker und Ethnologen an, unter ihnen Walter Spies.
Auf dieser Grundlage entstand ab den 1970er-Jahren die Yogaszene, und sie zieht bis heute Lehrer aus aller Welt an. Wer in Ubud unterrichtet, tut das vor einem Publikum, das vergleichen kann.
Was man dort tatsächlich findet
Offene Einzelstunden. Das ist der niedrigschwelligste Zugang: Man geht hin, zahlt an der Rezeption, leiht eine Matte und macht mit. Anmeldung ist meist nicht nötig, Vorkenntnisse ebenfalls nicht — die Stundenpläne weisen das Niveau aus.
Retreats. Pakete über drei bis vierzehn Tage mit Unterkunft, Verpflegung und mehreren Einheiten pro Tag. Sie reichen vom einfachen Guesthouse bis zum Resort mit Poolvilla, und der Preisunterschied ist entsprechend groß.
Lehrerausbildungen. Meist 200 oder 300 Stunden über drei bis vier Wochen. Ubud ist einer der Orte, an denen viele ihre Ausbildung machen — auch, weil sie hier günstiger ist als in Europa.
Die Stile. Verbreitet sind Vinyasa, Hatha und Yin, dazu Ashtanga für Erfahrene und ruhigere Formen wie Restorative oder Yoga Nidra. Ergänzt wird das meist um Meditation, Atemübungen und häufig um Sound Healing und Ecstatic Dance — was mit Yoga im engeren Sinn wenig zu tun hat, aber zum Angebot gehört.
Canggu als zweite Adresse
Canggu hat sich als Alternative etabliert und zieht ein anderes Publikum an: jünger, sportlicher, oft mit Surfen kombiniert. Die Studios liegen nah am Strand, das Tempo ist höher, und abends geht es weiter, wo es in Ubud ruhig wird.
Wer beides mag, macht morgens Yoga und mittags einen Surfkurs.
Worauf man bei der Wahl achten sollte
Für die erste Orientierung ist eine Einzelstunde die bessere Wahl als ein gebuchtes Paket: Man sieht den Raum, den Lehrer und das Niveau, bevor man sich auf eine Woche festlegt.
Beste Tageszeit
Früh am Morgen oder am Abend. Zwischen elf und drei Uhr ist es auch in Ubud warm und schwül, und in offenen Shalas ohne Klimaanlage wird eine kräftige Einheit dann anstrengend. Die Morgenklassen beginnen häufig um sieben oder halb acht.
Was das mit balinesischem Hinduismus zu tun hat
Wenig — und das sollte man wissen. Was in Ubud unterrichtet wird, ist überwiegend modernes, international geprägtes Yoga. Die Religion der Insel hat eigene Praktiken, eigene Feste und eigene Tempel, und sie ist keine Yogaschule.
Beides begegnet sich trotzdem: Viele Studios beginnen mit einem balinesischen Gruß, und Opfergaben liegen auch vor der Shala. Wer sich für den religiösen Hintergrund interessiert, findet ihn eher in einem Tempel als auf der Matte.
Fazit
Wer Yoga mag, findet auf Bali mehr Auswahl als fast überall sonst — und mit einer Einzelstunde ohne Anmeldung den einfachsten Einstieg.
Wer skeptisch ist gegenüber dem, was drum herum verkauft wird, liegt damit nicht falsch. Beides kann stimmen: hervorragende Lehrer und eine Menge Marketing, in derselben Straße.