Nachbarinseln
Die Gili-Inseln
Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air: drei autofreie Inseln vor Lombok, ihre Unterschiede, die Anreise per Schnellboot und was jede von ihnen ausmacht.
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Östlich von Bali, vor der Nordwestküste Lomboks, liegen drei kleine Inseln im Wasser: Gili Trawangan, Gili Meno und Gili Air. „Gili“ heißt in der Sprache der Sasak schlicht kleine Insel — der Name ist also eher Beschreibung als Eigenname, und es gibt vor Lombok noch etliche weitere Gilis. Gemeint sind aber praktisch immer diese drei.
Was sie verbindet: Es gibt dort keine Motorfahrzeuge. Weder Autos noch Roller. Man geht zu Fuß, fährt Rad oder nimmt einen Cidomo, einen kleinen Pferdewagen. Das verändert eine Insel mehr, als es zunächst klingt — es ist still, und man hört das Meer auch im Ort.
Wichtig vorab: Sie gehören nicht zu Bali
Die Gilis liegen verwaltungstechnisch bei Lombok, also in der Provinz Westliche Kleine Sundainseln — eine andere Provinz als Bali. Das hat zwei spürbare Folgen.
Erstens ist die Bevölkerung überwiegend muslimisch, nicht hinduistisch. Statt Tempelzeremonien und Opfergaben hört man den Gebetsruf; wer die balinesische Religion und ihre Feste sucht, findet sie hier nicht.
Zweitens ist es keine Fahrt „mal eben rüber“. Zwischen Bali und Lombok verläuft die Lombokstraße, ein tiefer und stark durchströmter Meeresarm — die Überfahrt dauert und kann bei Wind unruhig werden.
Die drei Inseln im Vergleich
| Größe | Charakter | Für wen | |
|---|---|---|---|
| Trawangan | die größte | lebhaft, Bars, Tauchbasen | wer Betrieb und Auswahl will |
| Meno | die kleinste | sehr ruhig, kaum Infrastruktur | wer Stille sucht |
| Air | mittelgroß | ruhig, aber belebt genug | wer sich nicht entscheiden mag |
Gili Trawangan
Die größte und mit Abstand lebhafteste. Hier gibt es die meisten Unterkünfte, die meisten Restaurants, die größte Auswahl an Tauchbasen — und ein Nachtleben, das die Insel lange geprägt hat. Wer sie in Ruhe erleben will, sucht sich eine Unterkunft an der weniger bebauten West- oder Nordseite.
Eine Radrunde um die Insel dauert gut eineinhalb Stunden. Der Hügel im Süden ist der einzige nennenswerte Anstieg und der Ort, an dem abends alle den Sonnenuntergang über dem Agung sehen wollen.
Gili Meno
Die kleinste und stillste der drei. Wenige Unterkünfte, kaum Straßenbeleuchtung, abends dunkel. In der Inselmitte liegt ein Salzsee, an der Küste eine kleine Aufzuchtstation für Meeresschildkröten.
Bekannt ist Meno außerdem für ein Unterwasser-Kunstwerk: eine Gruppe lebensgroßer Figuren, die in wenigen Metern Tiefe im Kreis stehen und inzwischen von Korallen überwachsen sind. Es ist beim Schnorcheln direkt vom Strand aus erreichbar.
Gili Air
Die Lombok-nächste der drei und für viele der beste Kompromiss: ruhig genug für Erholung, aber mit genug Cafés, Tauchschulen und Leben, dass keine Langeweile aufkommt. Die Wege sind kurz, und die Insel lässt sich in einer knappen Stunde umrunden.
Schnorcheln und Tauchen
Der eigentliche Grund für die meisten Reisen hierher liegt unter Wasser. Rund um alle drei Inseln liegen Riffe in geringer Tiefe, die man vom Strand aus erreicht — und Meeresschildkröten sind so häufig, dass eine Sichtung eher die Regel als die Ausnahme ist.
Tauchbasen gibt es auf allen drei Inseln, die größte Auswahl auf Trawangan. Die Bedingungen gelten als einsteigerfreundlich, weshalb hier viele ihren ersten Tauchschein machen.
Anreise
Schnellboote fahren von mehreren Häfen auf Bali: von Padang Bai im Osten, von Sanur und Serangan im Süden sowie von Amed im Nordosten. Je nach Abfahrtsort dauert die Überfahrt etwa eine bis drei Stunden — von Padang Bai und Amed am kürzesten, weil sie am nächsten liegen.
Zwischen den drei Inseln verkehren Inselhüpfer-Boote nach festem Fahrplan, meist zweimal täglich in jede Richtung.
Wann sich die Reise lohnt
Wie auf Bali ist die Trockenzeit von etwa Mai bis Oktober die verlässlichere Zeit: ruhigere See, bessere Sicht unter Wasser. In der Regenzeit sind die Überfahrten häufiger unruhig, die Inseln dafür deutlich leerer.
Zwei bis drei Nächte sind ein sinnvolles Maß. Für einen Tagesausflug ist die Anreise zu lang — man säße einen halben Tag im Boot.
Fazit
Die Gilis sind kein Teil Balis, und genau das ist ihr Reiz: keine Autos, kein Verkehrslärm, Riffe direkt vor dem Strand und drei Inseln, die sich deutlich genug unterscheiden, dass die Wahl etwas bedeutet.
Trawangan für Betrieb, Meno für Stille, Air für alles dazwischen.
Gili Trawangan
Noch immer eilt Trawangan der Ruf als Partyinsel unter den Gilis voraus – doch rund um die Insel liegen auch tolle Spots zum Tauchen und Schnorcheln.
Gili Air
Gili Air bietet eine angenehme Kombination aus den anderen beiden Gili-Inseln: nicht ganz so ruhig wie Gili Meno und nicht so partylastig wie Gili Trawangan.
Gili Meno
Die verschlafene Insel ist eher zum Entspannen geeignet und bietet hierfür wunderschöne Strände und sattes Grün.