Reiseinformationen
Langzeitvisum für Bali
- C1-Visum
- 60 Tage, verlängerbar bis 180
- Gebühr
- 1.000.000 Rupiah
- Sponsor
- Für den Antrag nicht, für die Verlängerung schon
- Antrag
- Online, vor der Einreise
Für einen normalen Urlaub genügt das Visa on Arrival: 30 Tage, einmal um 30 Tage verlängerbar. Wer länger als 60 Tage bleiben will — für eine Auszeit, zum Überwintern, für eine lange Surf- oder Tauchsaison —, braucht ein Visum, das vor der Reise beantragt wird. Für Touristen gibt es davon zwei: das C1-Visum für einen Aufenthalt von bis zu 180 Tagen und das D1-Visum für alle, die mehrmals im Jahr kommen.
Das C1-Visum in Kürze
Das C1 ist das Touristenvisum für eine Einreise.
- Aufenthalt: bis zu 60 Tage, gerechnet ab dem Tag der Einreise
- Verlängerung: vor Ort um jeweils 60 Tage, bis zu insgesamt 180 Tagen — nur mit einem Sponsor in Indonesien
- Einreisen: eine. Wer Indonesien zwischendurch verlässt, braucht für die Rückkehr ein neues Visum.
- Gebühr: 1.000.000 Rupiah, rund 50 Euro
- Einlösen: Die Einreise muss innerhalb von 90 Tagen nach der Ausstellung liegen.
- Bearbeitung: in der Regel fünf Werktage nach Zahlungseingang
Erlaubt sind Urlaub, Besuche bei Freunden und Familie und die Teilnahme an Tagungen oder Messen — als Gast, nicht als Redner.
Sponsor: für den Antrag nicht, für die Verlängerung schon
Das ist der Punkt, an dem man leicht nur die halbe Auskunft bekommt.
Den Antrag stellen deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige ohne Sponsor, also ohne Bürgen in Indonesien. Man beantragt das C1-Visum für sich selbst. An die Stelle des Bürgen tritt der Nachweis, dass man den Aufenthalt bezahlen kann. Verlangt werden drei Dinge:
- ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist
- ein Kontoauszug der letzten drei Monate auf den eigenen Namen, mit einem Guthaben von mindestens 2.000 US-Dollar oder dem Gegenwert — rund 1.800 Euro
- ein aktuelles Passfoto in Farbe
Schon für den Antrag verlangt die Behörde einen Sponsor nur in Sonderfällen: von Staatenlosen, bei Reisedokumenten, die kein regulärer Reisepass sind, und von Angehörigen einzelner Staaten.
Die Verlängerung ist etwas anderes. Wer über die ersten 60 Tage hinaus bleiben will, braucht dafür nach Auskunft der Einwanderungsbehörde einen Bürgen in Indonesien — eine Person mit indonesischer Staatsangehörigkeit oder ein Unternehmen. In der Praxis übernehmen Visumagenturen diese Rolle.
Die Behörde rät deshalb selbst: Wer von vornherein länger als 60 Tage bleiben will, beantragt das Visum besser gleich mit Bürgen. Daraus ergibt sich eine einfache Unterscheidung.
| Geplanter Aufenthalt | Was man braucht |
|---|---|
| bis 60 Tage | C1-Visum, selbst beantragt, ohne Sponsor |
| 61 bis 180 Tage | C1-Visum und einen Sponsor — am besten von Anfang an, spätestens zur Verlängerung |
Auch der Pass muss bei der Verlängerung noch gültig sein. Wer die vollen 180 Tage plant, reist deshalb besser mit einem Pass, der bei der Einreise noch mindestens ein Jahr gilt.
So beantragt man das C1-Visum
Der Antrag läuft vollständig online. Der Reisepass bleibt dabei zu Hause; hochgeladen wird ein Scan. So geht es ohne Sponsor:
- Die Seite der Einwanderungsbehörde aufrufen: evisa.imigrasi.go.id. Dort ein Konto anlegen.
- Unter „Apply“ die Staatsangehörigkeit wählen, als Zweck „General, Family, or Social“ und darunter „Tourism, Family Visit, and Transit“. Das Visum heißt in der Liste „C1 – Tourist Single Entry Visitor Visa“.
- Die Daten aus dem Reisepass eintragen und Passseite, Kontoauszug und Foto hochladen.
- Die Gebühr mit Kredit- oder Debitkarte bezahlen.
- Das Visum kommt per E-Mail. Bei der Einreise zeigt man es ausgedruckt oder auf dem Handy vor.
Vor dem Abflug bleiben zwei Dinge zu erledigen, die mit dem Visum nichts zu tun haben: die digitale Ankunftskarte und die Touristenabgabe. Beides steht unter Zollerklärung für Bali.
Über die Botschaft. Das C1-Visum lässt sich auch bei der indonesischen Botschaft in Berlin oder einem der Generalkonsulate beantragen. Das ist der umständlichere Weg: In der Regel muss man dort persönlich erscheinen oder den Reisepass einschicken. Der Online-Antrag kommt ohne beides aus.
Mit Sponsor, über eine Agentur. Wer länger als 60 Tage bleiben will, kann den Antrag von Anfang an einer Visumagentur überlassen. Sie tritt als Sponsor auf, reicht den Antrag über ihr eigenes Konto im selben Portal ein und kümmert sich später um die Verlängerung. Dafür nimmt sie ein Honorar.
Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen auf Meldungen über betrügerische Aktivitäten von Visaagenturen hin. Wer eine beauftragt, sollte sie deshalb mit Bedacht auswählen.
Verlängern: mit Sponsor, online, einmal zum Amt
Das C1-Visum lässt sich vor Ort verlängern, jedes Mal um 60 Tage, bis der Aufenthalt insgesamt 180 Tage erreicht. Das sind höchstens zwei Verlängerungen.
- Einen Sponsor haben. Ohne Bürgen in Indonesien nimmt die Einwanderungsbehörde die Verlängerung nicht an; wer das Visum ohne Sponsor beantragt hat, braucht spätestens jetzt einen.
- Den Antrag online stellen, über dasselbe Portal; ist eine Agentur der Sponsor, reicht sie ihn ein. Angenommen wird er frühestens 14 Tage vor Ablauf.
- Die Adresse der Unterkunft eintragen, in der man in den folgenden Tagen wohnt. Nach ihrer Postleitzahl richtet sich, welches Amt zuständig ist.
- Die Gebühr bezahlen. Die Einwanderungsbehörde nennt 2.000.000 Rupiah je Verlängerung um 60 Tage, rund 100 Euro. Das Honorar der Agentur kommt hinzu.
- Per E-Mail kommt die Aufforderung zum Termin. Dafür geht man einmal persönlich zum Einwanderungsamt; dort wird ein Foto aufgenommen, und man wird befragt.
- Die verlängerte Aufenthaltserlaubnis kommt wieder per E-Mail.
Ältere Beschreibungen sprechen noch von drei Behördengängen. Das ist überholt: Seit Ende Mai 2025 gilt landesweit ein Termin für Foto und Befragung, und den nimmt man selbst wahr — auch dann, wenn eine Agentur als Sponsor den Antrag stellt.
Einwanderungsämter gibt es auf Bali an fünf Orten: in Denpasar und in Jimbaran im Süden, in Tabanan im Südwesten, in Klungkung im Südosten und in Singaraja im Norden. Tabanan und Klungkung sind erst 2026 dazugekommen. Für Kuta, Seminyak, Canggu und die Bukit-Halbinsel ist das Amt in Jimbaran zuständig.
Das D1-Visum: für alle, die öfter kommen
Das D1 ist ebenfalls ein Touristenvisum, erlaubt aber mehrere Einreisen. Es lohnt sich für alle, die mehrmals im Jahr auf Bali sind. Für einen einzelnen langen Aufenthalt ist das C1 die einfachere Wahl.
| Gültigkeit | Gebühr | Aufenthalt je Einreise |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 3.000.000 Rupiah | bis zu 60 Tage |
| 2 Jahre | 5.000.000 Rupiah | bis zu 60 Tage |
| 5 Jahre | 10.000.000 Rupiah | bis zu 60 Tage |
Umgerechnet sind das rund 150, 250 und 500 Euro. Nach den Angaben der Einwanderungsbehörde lässt sich auch dieser Aufenthalt vor Ort verlängern, bis höchstens 180 Tage — den Antrag dafür stellt wiederum ein Sponsor.
Für den Antrag auf das Visum selbst brauchen deutsche Staatsangehörige auch hier keinen Sponsor. Das D1 verlangt aber mehr Papier als das C1: neben Pass, Kontoauszug und Foto einen Lebenslauf, einen Reiseplan und ein Schreiben, das den Bezug zu Indonesien erklärt — etwa die Einladung oder Korrespondenz einer Einrichtung dort.
Was diese Visa nicht erlauben
C1 und D1 sind Besuchsvisa. Arbeiten darf man damit nicht.
Andere Zwecke, andere Visa
Geschäftsreise. Das C2-Visum gilt wie das C1 für 60 Tage und ist verlängerbar. Es kostet 2.000.000 Rupiah; für den Antrag brauchen deutsche Staatsangehörige keinen Sponsor.
Soziale Projekte und Freiwilligenarbeit. Dafür gibt es das C6-Visum: 60 Tage, verlängerbar, 2.000.000 Rupiah. Hier ist ein Sponsor Pflicht — in der Regel die Organisation, für die man tätig wird.
Auslandssemester und Studium. Ein Studentenvisum gibt es nur mit einem Bürgen, und das ist die Hochschule. In der Regel beantragt die Universität das Visum für ihre Studierenden; Visumagenturen können dabei meist nicht helfen. Wer ein Semester auf Bali plant, etwa an der Udayana University, wendet sich deshalb zuerst an das Auslandsbüro der Hochschule.
Praktikum. Auch das Praktikumsvisum verlangt einen Sponsor, in der Regel den Betrieb oder die Hochschule.
Arbeiten, Ruhestand, dauerhaft bleiben. Das sind keine Besuchsvisa mehr, sondern Aufenthaltstitel mit eigenem Verfahren. Sie gehören in fachkundige Hände.
Fazit
Für alle, die zwei bis sechs Monate auf Bali verbringen wollen, ist das C1-Visum der übliche Weg. Es wird vor der Reise online beantragt. Für die ersten 60 Tage genügt der eigene Antrag ohne Sponsor; wer länger bleibt, braucht für jede der beiden Verlängerungen einen Sponsor und einen Termin im Einwanderungsamt.
Wer das von Anfang an einplant und die Verlängerung rechtzeitig angeht, hat damit ein halbes Jahr Zeit.