Sehenswürdigkeiten
Tukad Cepung Waterfall
- Lage
- Bei Tembuku, Bezirk Bangli
- Entfernung Ubud
- Rund 45 Minuten
- Beste Zeit
- Etwa 9 bis 11 Uhr, wegen des Lichts
- Zustieg
- Treppe, dann durch flaches Wasser
Von allen Wasserfällen Balis ist dieser der ungewöhnlichste, und das liegt nicht an seiner Höhe. Der Tukad Cepung stürzt nicht in ein offenes Tal, sondern in eine enge Felsspalte, über der sich die Wände fast berühren. Man steht darin wie in einem Raum, dessen Decke einen Riss hat.
Und genau durch diesen Riss fällt an klaren Vormittagen ein Lichtstrahl herab, mitten in den Sprühnebel. Das ist das Bild, für das die Leute kommen.
Wo er liegt
Der Wasserfall liegt bei Tembuku im Bezirk Bangli, im Landesinneren zwischen Ubud und dem Danau Batur. Von Ubud aus fährt man je nach Route etwa 45 Minuten, aus dem Süden der Insel gut anderthalb Stunden.
Er lässt sich gut mit anderen Zielen der Gegend verbinden — dem Tibumana Waterfall etwa, der nur wenige Kilometer entfernt liegt und ganz anders aussieht: offen, breit, mit einem Becken davor.
Der Weg hinunter
Vom Parkplatz führt zunächst eine lange, gemauerte Treppe in die Schlucht hinab — mehrere hundert Stufen, ohne Schatten und beim Rückweg spürbar. Unten steht man am Bach.
Ab hier geht es durch das Wasser. Der Weg folgt dem Bachbett zwischen immer enger werdenden Felswänden; das Wasser reicht meist bis zu den Waden, bei höherem Pegel auch bis zum Knie. Nach ein paar Minuten öffnet sich die Spalte, und der Wasserfall steht vor einem.
Die Uhrzeit entscheidet
Der Lichtstrahl ist kein Dauerzustand. Er entsteht nur, wenn die Sonne hoch genug steht, um durch die schmale Öffnung über der Spalte zu fallen — und das ist ungefähr zwischen neun und elf Uhr der Fall, an klaren Tagen.
Davor steht die Sonne zu flach, danach wandert sie über die Öffnung hinweg. Bei bedecktem Himmel passiert gar nichts; dann ist der Wasserfall immer noch schön, aber eben ein Wasserfall in einer Felsspalte und nicht das Bild aus dem Internet.
Daraus folgt das eigentliche Problem des Ortes: Alle kommen zur selben Zeit. In diesem Zwei-Stunden-Fenster ist es in der Spalte eng, und vor der Stelle, an der der Strahl steht, bildet sich eine Reihe. Wer nur den Wasserfall sehen und nicht fotografieren will, kommt besser früher oder später — dann hat man ihn oft für sich.
Sicherheit: der Punkt, an dem es ernst wird
Der Zugang führt durch ein enges Bachbett, und genau das macht ihn bei Regen gefährlich. Ein Gewitter im Einzugsgebiet — auch eines, das man unten gar nicht mitbekommt — kann den Pegel schnell steigen lassen. In einer Schlucht mit senkrechten Wänden gibt es dann keinen Ausweg zur Seite.
In der Regenzeit ist der Wasserfall deshalb mit Vorsicht zu genießen, und bei einsetzendem Regen gilt: umdrehen, nicht abwarten. Örtliche Führer sperren den Zugang bei schlechten Bedingungen — diese Entscheidung sollte man ernst nehmen, auch wenn oben die Sonne scheint.
Praktisches
Eintritt und Parkgebühr werden vor Ort erhoben; die Sätze ändern sich gelegentlich. Am Eingang gibt es einfache Warungs und Umkleiden.
Für den Besuch sollte man mit gut eineinhalb Stunden rechnen — Abstieg, Weg durch die Schlucht, Aufenthalt und der Rückweg über die Treppe.
Schwimmen lässt sich hier nur begrenzt: Es gibt kein großes Becken wie bei anderen Wasserfällen, sondern flaches, strömendes Wasser über Fels.
Fazit — lohnt sich Tukad Cepung?
Ja, aber mit einer klaren Bedingung: am Vormittag und bei klarem Himmel. Wer nachmittags bei bedecktem Wetter anreist, hat den langen Weg für eine hübsche, aber gewöhnliche Kulisse gemacht.
Wer es richtig legt, steht in einer Felskammer, in die ein Lichtstrahl fällt — und das gibt es auf Bali kein zweites Mal.