Sehenswürdigkeiten
Gunung Kawi
- Lage
- Tampaksiring, nördlich von Ubud
- Entstehung
- 11. Jahrhundert
- Zugang
- Rund 300 Stufen hinab
- Kleiderordnung
- Sarong Pflicht, vor Ort erhältlich
Es gibt auf Bali kein zweites Bauwerk wie dieses. In einem engen Flusstal nördlich von Ubud stehen zehn Grabmäler, die nicht gebaut, sondern herausgeschlagen wurden — direkt aus der senkrechten Felswand, in Nischen, die man dafür in den Stein getrieben hat. Jedes ist etwa sieben Meter hoch.
Gunung Kawi heißt „Berg der Dichter“. Die Anlage stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist damit eines der ältesten Zeugnisse balinesischer Baukunst überhaupt — älter als die meisten Tempel, die Besucher sonst sehen.
Wo es liegt
Die Anlage liegt bei Tampaksiring im Bezirk Gianyar, rund fünfzehn Kilometer nördlich von Ubud — mit dem Roller etwa dreißig Minuten, aus dem Süden der Insel gut anderthalb Stunden.
Ganz in der Nähe liegt der Quelltempel Tirta Empul. Beide zusammen ergeben einen sinnvollen Vormittag, und mit der Elefantenhöhle Goa Gajah weiter südlich einen vollen Tag entlang des Flusses Pakerisan.
Die 300 Stufen
Vom Eingang führt eine lange, gemauerte Treppe ins Tal hinab — rund dreihundert Stufen, gesäumt von Reisterrassen, die in den Hang geschnitten sind. Der Abstieg selbst ist bereits eindrucksvoll: Man geht durch eine Felsspalte, und dahinter öffnet sich das Tal.
Der Rückweg ist das eigentliche Stück Arbeit. Bei Hitze sollte man Wasser dabeihaben und Zeit einplanen; wer schlecht zu Fuß ist, kommt hier an eine Grenze.
Was zu sehen ist
Unten im Tal fließt der Pakerisan, und auf beiden Seiten stehen die Candi genannten Grabmäler in ihren Felsnischen: fünf auf der einen Uferseite, vier auf der anderen, dazu ein zehntes etwas abseits.
Sie sind keine Gebäude, in die man hineingeht, sondern Denkmäler — Reliefs, die die Form eines Tempelturms nachbilden. Wem sie gewidmet sind, ist nicht abschließend geklärt. Die verbreitetste Deutung verbindet sie mit König Anak Wungsu und seiner Familie; sicher ist das nicht, denn die Inschriften sind knapp und schwer zu datieren.
Neben den Gräbern liegt ein Klosterbereich mit Zellen, die ebenfalls in den Fels gehauen sind — vermutlich für Mönche, die die Anlage betreuten.
Die Umgebung ist Teil des Erlebnisses
Was Gunung Kawi von anderen Tempelanlagen abhebt, ist die Lage. Das Tal ist eng, feucht und grün, der Fluss rauscht, und über den Nischen hängen Farne und Moos. Es ist deutlich kühler als oben, und weil die meisten Besucher zügig wieder hinaufsteigen, ist es unten oft überraschend still.
Für den Besuch sollte man etwa eineinhalb Stunden rechnen — Abstieg, Rundgang, Aufstieg und eine Pause.
Nicht zu verwechseln
Es gibt nördlich von Ubud noch einen zweiten Ort mit ähnlichem Namen: Pura Gunung Kawi Sebatu, ein Quelltempel mit Teichen und Pavillons. Er ist schön, aber etwas völlig anderes — keine Felsengräber, sondern eine Wasseranlage. Wer die Candi sehen will, muss nach Tampaksiring.
Fazit — lohnt sich Gunung Kawi?
Ja, und zwar gerade für alle, die schon einige Tempel gesehen haben. Gunung Kawi sieht anders aus als alles andere auf der Insel: kein Bauwerk auf dem Land, sondern eines im Land, tausend Jahre alt und in ein Flusstal geschnitten.
Die dreihundert Stufen sind der Eintritt, den man zusätzlich zahlt. Sie lohnen sich.